Hygiene und Effizienz
Im Hapimag Resort Ascona wird Warmwasser neu mittels Frischwasser-Technik bereitet.

Warmes Trinkwasser nach Bedarf
Frischwasser-Stationen beziehungsWeise Frischwasser-Module, wie sie auch genannt werden, beziehen die benötigte Energie für die Erwärmung des Trinkwassers aus dem Pufferspeicher (Energiespeicher). Beim Öffnen einer Warmwasser-Zapfstelle überträgt die Frischwasser-Station im Durchlaufprinzip Wärme des Heizungswassers auf das Trinkwasser. Sofort steht an der Zapfstelle Trinkwasser in der gewünschten Temperatur zur Verfügung. Das Konzept der Frischwasser-Technik lässt sich praktisch mit allen modernen Heizsystemen umsetzen.
Bei Hapimag wurden neu zwei voll kondensierende Öl-Brennwertkessel Straton XL mit einer Leistung von je 350 kW eingebaut. Für die Warmwasser-Bereitung installierte man insgesamt acht Frischwasser-Stationen des Typs 50-2, und zwar in der Heizzentrale zwei Dreier-Kaskaden und in einer Unterstation eine Zweier-Kaskade mit Spitzenzapfleistungen bei 60 °C von je 153 bzw. 102 l/min, sodann in analoger räumlicher Aufteilung zwei Heizungspufferspeicher Vistron B zu 2000 l bzw. einen zu 150 l. Elco-Frischwasser-Stationen, die als Einzel- oder Kaskaden-Module in drei Leistungstypen erhältlich sind, sorgen für eine äusserst hygienische Trinkwasser-Erwärmung. Markante Energie-Einsparungen ergeben sich dank niedrigen Rücklauftemperaturen, Hocheffizienzpumpen sowie des Wegfalls von Wärmeverlusten der Trinkwasser-Speicherung. Die Verweilzeiten reduzieren sich stark, Stagnation wird vermieden und der Legionellen-Schutz optimiert. Die Funktion für die thermische Desinfektion ist serienmässig eingebaut, und die Zirkulationspumpe kann zeitabhängig über ein Tages- und Wochenprogramm angesteuert werden. Obwohl derzeit in der Schweiz Warmwasser-Speichersysteme klar dominieren, dürften sich nach Sabrina Bottani die Marktchancen der Trinkwasser-Erwärmung im Durchlaufprinzip verbessern. «Ihre Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig und reichen von einzelnen Wohneinheiten über Mehrfamilienhäusern zu öffentlichen Dienstleistungsbetrieben, Hotels oder Sportstätten», erläutert die Ingenieurin. Was die Planung von Frischwasser-Stationen betrifft, sei diese nicht aufwendiger, einfach in einigen Aspekten anders. Eine massgebende Grösse für die Auslegung einer Frischwasserstation ist die maximal zu erwartende Warmwasser-Verbrauchsspitze (Spitzenvolumenstrom). Abgestimmt darauf kann beurteilt werden, wie gross die Wärmeenergie für die bereitzustellende Warmwasser-Menge sein muss. Die Speichergrösse richtet sich neben dem Warmwasser-Bedarf auch nach dem primärseitigen Temperatur-Niveau. Zur Bestimmung der Verbrauchsspitze existiert in der Schweiz noch kein Regelwerk. Ideal bei Sanierungen ist, wenn der Verbrauch bekannt ist, wie dies bei Hapimag der Fall war. Bei Neu-Anlagen könne man sich für die Bedarfsbeurteilung auf Erfahrungen im Ausland abstützen, wo diese Anlagen bereits gut eingeführt sind, so Sabrina Bottani.

