Erhalt des Bestands

Sanierung des Verwaltungsgebäudes am Münchner Waldfriedhof.

Waldfriedhof
Der Eingangsbereich präsentiert sich nach den Sanierungsmassnahmen offen und freundlich.
Sanierung des Verwaltungsgebäudes am Münchner Waldfriedhof.
gun. Der Waldfriedhof in München ist mit einer Fläche von rund 160 Hektar einer der grössten Friedhöfe der Stadt. Im Münchener Waldfriedhof wurden die Grabstätten erstmals in einem bestehenden Wald angelegt, der heute als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen ist. Im Gegensatz zu den monumentalen Gebäuden im Ost-, Nord- und Westfriedhof in München sind die Gebäude im Waldfriedhof niedriger als die umgebenden Bäume. Auf diese Weise soll das Erlebnis der Natur in den Vordergrund gerückt werden. In den 1960er-Jahren wurde der Waldfriedhof um den «Neuen Teil» erweitert und umfasst heute etwa 65 000 Grabstätten. Ein See, Wiesenflächen und Biotopbereiche unterstreichen den naturnahen Charakter des Friedhofs.Die Hochbauten im «Neuen Teil» entstanden 1966. Das eingeschossige Friedhofs- und Verwaltungsgebäude und die separate, leicht erhöhte Trauerhalle sind durch einen Flur verbunden. Die ziegelrote Fassade fügt sich harmonisch in die weitläufige Waldlandschaft mit Lichtungen ein. Das über 50 Jahre alte Gebäude entsprach allerdings nicht mehr den technischen Anforderungen an die heutigen Aufgaben der Friedhofsverwaltung. Insbesondere der Wartebereich und die Büroräume sowie die Anordnung der Sozialbereiche machten Sanierungsmassnahmen unumgänglich. Aus diesem Grund wurde die pbr Planungsbüro Rohling AG, Niederlassung München, von der Landeshauptstadt München, Referat für Gesundheit und Umwelt, Baureferat Hochbau, mit der Architekturplanung für die Sanierungsmassnahmen beauftragt. Im Mai letzten Jahres wurden die Baumassnahmen, die während des laufenden Betriebs erfolgten, abgeschlossen.

Nach einer eingehenden Analyse und in Übereinstimmung mit den Wünschen und Bedürfnissen der Nutzer erarbeiteten die Architekten von pbr Sanierungsvorschläge mit teilweisen räumlichen Anpassungen im Erdgeschoss und Untergeschoss. Im Fokus stand dabei stets der Erhalt des denkmalgeschützten Bestands. Die Wand-, Decken- und Bodenflächen wurden instand gesetzt sowie notwendige Raumanpassungen durchgeführt. Die denkmalgeschützte Fassade blieb erhalten, es erfolgte lediglich eine energetische Fenstersanierung.

Der Sanitärbereich, bestehend aus WC-Anlagen, Duschen und Umkleideräumen für die rund 50 Mitarbeitenden, wurde überarbeitet, der Aufenthaltsbereich optimiert sowie Räumlichkeiten für die Technik wie Verteiler- und Serverraum eingerichtet.

An die heutigen Anforderungen angepasst

Entsprechend dem Nutzungszweck wurde die Ausstattung zurückhaltend und schlicht geplant. Die Farbe Weiss wird durch wenige Farbakzente ergänzt.

Der Wartebereich im Erdgeschoss erhielt eine goldfarbene transluzente Aluminium-Metallschaumwand in einem mattgoldenen Farbton, vor der auf einem dunkelroten Holzsockel weisse Sitzmöglichkeiten platziert wurden. Die farbige Gestaltung dieses Bereichs erfolgte in Anlehnung an die christliche Liturgie.

Gegenüber weitet sich der Wartebereich und wird über ein Holz-Glas-Element belichtet. Mit den roten Wandflächen wurde ein Pendant zum Sitzbanksockel geschaffen. Hierdurch konnte der Wartebereich zusätzlich hervorgehoben werden. Eine Akzentbeleuchtung im Bereich der goldfarbenen Wand rückt die Sitzgelegenheiten dabei in ein «ganz besonderes Licht».

Mit den Sanierungs- und Umstrukturierungsmassnahmen wurde das Waldfriedhofsgebäude durch die Architekten von pbr unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes an die heutigen Anforderungen der technischen und energetischen Standards angepasst, und den Innenräumen wurde eine ansprechende Gestaltung verliehen. ●

Waldfriedhof
Der Wartebereich wird durch eine goldfarbene Aluminium-Metallschaumwand hervorgehoben. Fotos: Peter Langenhahn
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