Speziell entwickelte Wellenform
Die Fassade des Wohnbaus an der Sonnentalstrasse in Dübendorf ist durch horizontale Bänder gefasst, die dem Gebäude Dynamik verleihen.

gun. Das Hochbord in Dübendorf zählt zu den aufstrebenden Quartieren. Das bisher durch heterogene Strukturen aus grossmassstäblichen, hohen industriellen Gebäuden und landwirtschaftlich genutzten Flächen mit niedrigen Bauten geprägte Gebiet erfährt eine Umzonung in grossvolumige Wohnüberbauungen und Gewerbe. Basierend auf diesem Quartierplan haben Fischer Architekten 2012 ein Projekt entwickelt, das die Typologie des Blockrands mit grosszügigem privatem Innenhof als logische Konsequenz im bestehenden Raumgefüge versteht.Klassisch in Sockel, Mittelbau und Attika gegliedert, reagiert das Gebäude mit rund 225 Wohnungen sowie Gewerberäumen differenziert auf die unterschiedlichen Aussenräume – das städtische Element der autofreien Allee auf der Westseite, die verkehrs- und lärmbelastete Hochbordstrasse auf der Süd- und Ostseite sowie die sonnenabgewandte Seite im Norden. Fast sämtliche Wohnungen sind auf zwei Seiten hin ausgerichtet: zum belebten Stadtraum einerseits, andererseits zum begrünten Innenhof, dem Herzstück der Anlage. Der «Hofgarten» ist private Oase und Erweiterung des individuellen Wohnraums.
Die Aussenfassade wird konzeptionell durch horizontale Bänder gefasst, welche das Objekt optisch in die Länge ziehen und ihm Dynamik verleihen. Das grob verputzte Brüstungsband stülpt sich vor den Wohnräumen jeweils zu weit auskragenden Balkonen aus weiss lackiertem Metall aus, deren diagonale Versetzung mehrgeschossige Aussenräume schafft.
Für die Fensterbänder kommen glasfaserverstärkte Scobalight-Kunststoff-Lichtwellplatten mit einer speziell für das Projekt entwickelten Wellenform zum Einsatz, eine Sonderanfertigung der Firma Scobalit. In ihrer spezifischen Anordnung zwischen den Fenstern erinnern die Lichtwellplatten an sachte im Wind wehende Gardinen. Als Metapher übersetzen sie das Thema der inneren Wohnlichkeit nach aussen, wobei sich der Effekt von fliessendem Stoff erst bei genauerer Betrachtung als optische Täuschung entpuppt. Die für die Fensterbänder gewählte Kunststoffthematik ist die logische Antwort auf die von der Bauherrschaft gewünschten preiswerten Kunststofffenster. Mit dem Wissen um die technischen Möglichkeiten im Umgang mit Kunststoff erfährt das Material hier eine neue, individuelle Wertigkeit und trägt massgeblich zum unverwechselbaren Charakter des Wohnbaus an der Sonnentalstrasse bei.
