Energieeffizient und schillernd
Zum Jubiläum hat die Werkstätte Liechtblick den Firmensitz in Schaffhausenvorbildlich saniert und mit Isover-Fassadendämmplatten zu einem energieeffizenten Gebäude gemacht.

gun. In der Werkstätte Liechtblick wird Nachhaltigkeit in allen Facetten gelebt: sozial, wirtschaftlich und ökologisch. Was vor 25 Jahren als Wohnzimmerprojekt gestartet ist, hat sich zu einem innovativen Produktionsbetrieb im Bereich Fassadentechnik mit 25 Mitarbeitenden gemausert. Zum Jubiläum hat der Verein den Firmensitz vorbildlich saniert und mit Isover-Fassadendämmplatten zu einem energieeffizienten Gebäude gemacht.An der ursprünglichen Idee hat sich seither wenig verändert: Der Verein verfolgt auch heute noch das Ziel, Arbeitsplätze für benachteiligte und bedürftige Menschen zu schaffen und sie dabei zu unterstützen, ihre Lebenssituation zu verändern. Hingegen haben sich die hergestellten Produkte stark weiterentwickelt: Heute produziert Liechtblick Kleinteile für den Fassadenbau und die Solar-Industrie und verarbeitet Verbundwerkstoffplatten. Entsprechend wurde auch in neue Produktions- und Verarbeitungsanlagen investiert, ohne dabei den Grundgedanken der Arbeitsintegration aus den Augen zu verlieren und der Handarbeit weiterhin einen wichtigen Platz einzuräumen. Im Zentrum steht ein erstklassiger, umfassender Service von der Beratung und Entwicklung über die Verarbeitung bis zur Palettierung und Lieferung auf die Baustelle.
Gewachsen ist in den 25 Jahren auch der Platzbedarf. Nach verschiedenen Zwischenstationen konnte der Verein Liechtblick die ehemalige Lehrlingswerkstatt des Schaffhauser Unternehmens Georg Fischer GF AG beziehen und später kaufen. Das Gebäude aus den 70er-Jahren musste im Bereich Brandschutz nachgerüstet werden, aber auch bei der Energieeffizienz war eine Verbesserung dringend nötig – im Winter konnten die Räume kaum warm gehalten werden. Der Verein hat sich für eine umfassende Gesamtsanierung entschieden und dafür über mehrere Jahre Rückstellungen getätigt. Letztes Jahr war es dann so weit: Die Werkstätte Liechtblick hat sich zum 25-Jahre-Jubiläum ein energieeffizientes, schillerndes Kleid verpasst.
Die neue Fassade fällt auf. Das unregelmässige Fugenbild und die Farbe, die sich je nach Betrachtungswinkel und Lichteinfall verändert, machen das Gebäude zu einem Blickfang. Entworfen hat sie das Schaffhauser Architekturbüro Busenhart & Partner AG | Manufaktur für Architektur, das seit Jahren mit «Liechtblick» verbunden ist und es verstand, der Werkstätte ein Denkmal zu setzen.
Grenzen des Möglichen ausloten
Produziert wurden die Fassadenelemente als Kassetten im Gebäudeinnern in der Werkstätte Liechtblick. Die Fassade besteht aus rund 350 Kassetten, von denen kaum zwei die gleichen Masse aufweisen. Jedes einzelne Fassadenelement wurde gezeichnet und anschliessend aus Alucobond-Verbundplatten, bestehend aus zwei Aluminium-Deckschichten und einem Kunststoffkern, zugeschnitten, gekantet und bereitgestellt. Für die grösseren Kassetten mussten mehrere Platten zusammengesetzt werden, was die Zahl der verarbeiteten Elemente auf über 500 erhöht. Aber auch andere technische Innovationen wurden am eigenen Gebäude umgesetzt: Um eine unregelmässige Verschmutzung durch das Herablaufen des Regenwasser zu vermeiden, wurden entlang der Fugen Entwässerungskanäle vorgesehen, die das Wasser gezielt abführen. Auch wenn die Werkstätte Liechtblick seit Jahren auf die Herstellung von Fassadenkassetten spezialisiert ist, hat diese aufwendige Aufgabe neue Herausforderungen gestellt. Das Team um Sandro Galanti hat diese angenommen und gelöst und sich dabei einen zusätzlichen Schritt weiterentwickelt. Heute können noch komplexere Lösungen angeboten werden.
Auch hinter den schillernden Platten haben die Planer das Maximum herausgeholt. Um eine vorbildliche Energieeffizienz und einen ökologischen Betrieb zu erreichen, wurde die hinterlüftete Fassade mit hoch effizienten Produkten der neusten Generation ausgeführt. Einerseits wurde die Saint-Gobain-ISOVER-Fassadendämmplatte PB F 030 mit einer revolutionär tiefen Wärmeleitfähigkeit von 0,030 [W/(m·K)] eingesetzt, die das Gebäude mit einer geringen Dicke von nur 160 mm vor Wärmeverlusten im Winter und vor Überhitzung im Sommer schützt. Andererseits wurden für die Montage der Unterkonstruktion wärmebrückenfreie Ecolite-Konsolen mit einem GFK-Steg verwendet, um Wärmeverluste über die Unterkonstruktion zu minimieren. Die Unterkonstruktion selbst wurde bei der Ecolite AG sowie bei der Werkstätte Liechtblick vorkonfektioniert. Gemeinsam mit den neuen Fenstern sorgt diese hinterlüftete Fassade für ein angenehmes Raumklima im Gebäudeinnern – bei viel tieferem Energieaufwand als bisher.

