Star-Architektur und ihr Einfluss auf die Stadt
In Bilbao führte der Museumsbau von Frank Gehry zu einem wirtschaftlichen Boom. Auf diesen «Bilbao-Effekt» hoffen viele Städte.

Die Architektur nicht vernachlässigen
In allen drei Fällen beobachteten die Forscherinnen und Forscher eine Verschiebung der räumlichen Relationen der Stadt. In Graz bildet das Kunsthaus eine Brücke, die zuvor getrennt wahrgenommene und sozial unterschiedlich bewertete Stadtteile verbindet. In Luzern verstärkt das KKL die Verschmelzung von Landschaft und Stadt. In Wolfsburg hatte das phæno einen ähnlichen Effekt: Das Areal gegenüber des Hauptbahnhofs hatte zwar eine grosse Bedeutung für die Stadt, war aber eher unbelebt und unausgelastet. Durch das phæno wurde es in die restliche Stadt integriert.
Diese strukturellen Veränderungen seien die nachhaltigsten Effekte der Projekte, betont Dr. Nadia Alaily-Mattar von der TUM. Wirtschaftliche und soziokulturelle Wirkungen könnten oft temporär und vergänglich sein. «Morphologische Effekte sind eher stabil und weniger vom ‹Star-Faktor› abhängig. Das Bestreben von Stadtplanern und Politikern nach dem Erzielen einer Wirkung durch Star-Architektur darf den Beitrag der Architektur nicht vernachlässigen. Neben ökonomischen und soziokulturellen Effekten ist der Einfluss von Star-Architektur auf die Stadt auch räumlich.»