Für eine Gesellschaft im Wandel
Das internationale Landschaftsarchitekturbüro LAND erhält die Sonderauszeichnung Mercuro 2018.

gun. Die explosive Verkettung von wachsender Weltbevölkerung, Urbanisierung und Digitalisierung hat auch die Wahrnehmung der Landschaftsarchitektur in der Öffentlichkeit verändert. Ein Zeichen dafür ist die Verleihung der deutsch-italienischen Sonderauszeichnung Mercurio 2018 ans internationale Landschaftsarchitekturbüro LAND für die deutsch-italienische Zusammenarbeit im Bereich Umwelt / Grüne Stadt.LAND, mit Niederlassungen in Deutschland, Italien und der Schweiz, wurde ausgezeichnet für sein Engagement, nachhaltige Lösungen für urbane Landschaften nach Deutschland, Europa und weltweit zu exportieren.
Die Suche nach dem Ursprung dieser nachhaltigen Lösungen führt nach Mailand, wo Andreas Kipar, Landschaftsarchitekt und Gründer von LAND, gemeinsam mit seinem Gründungspartner Giovanni Sala den Umbruch von Mailand in der Abwicklung einer Industrie beeinflusste, die über ein Jahrhundert lang die Stadt und Region geprägt hatte. Kipar und sein Studio LAND entwickelten ein Strahlenmodell (die Grünen Strahlen), das bestehende und neue Grünflächen verbindet und eine entschleunigte Mobilität vom Zentrum bis zum Stadtrand fördert. Die ineinanderfliessenden begrünten Areale der Grünen Strahlen, darunter regenerierte Industriebrachen und aufgelassene Eisenbahnareale, beleben das gesamte Mailänder Freiraumsystem. Die Umsetzung dieses Modells wird heute international als Vorreiter eines Grünen Städtebaus verstanden. Das Strahlenmodell und dessen Möglichkeit, isolierte und neu zu entwickelnde Stadträume miteinander zu verknüpfen, fand in der Ruhrmetropole Essen eine konsequente Anwendung; die europäische Grüne Hauptstadt Essen (2017) erzählt davon. Die preisgekrönte Smart City in Rublyovo-Arkhangelskoye (Moskau) sowie die Expo Dubai 2020 bedienen sich ebenfalls dieses lang erprobten Modells.
«Wir müssen an den natürlichen Ursprung der Orte zurückkehren, ihre kontinuierliche Transformation beobachten, um sie dann zeit- und gesellschaftsverbunden zu beeinflussen. Wir tun dies, indem wir in all unseren Projekten versuchen, den Menschen wieder mit der Natur zu verbinden», erklärt Andreas Kipar. ●
