Asymmetrisches Puzzle
Die Fassade eines Münchner Neubaus besteht aus klinkerverkleideten, asymmetrischen Betonfertigteilen mit der eigens dafür kreierten Hagemeister-Objektsortierung «Leopoldstraße».

Im Erdgeschoss, in dem ein Foyer sowie Gastronomie und Gewerbe angesiedelt sind, dominieren große Glasflächen die Fassade. Zwischen ihnen gibt es Stützen aus Beton, welche die Fertigteile der darüberliegenden Ebene tragen.
Im ersten, zweiten und dritten Obergeschoss, in denen sich Büroflächen befinden, ist die Gebäudehülle in einem entsprechenden Raster gestaltet – je vier kreuzförmige Fertigteile umschliessen ein Fensterelement. Ab dem vierten Stockwerk lässt sich die dahinterliegende Wohnnutzung erkennen. Loggien und ein höherer Fensteranteil erzeugen hier einen aufgelockerten Rhythmus.
Ornamentale Fugen
Als Besonderheit treten einzelne Steine wie eine Art Reliefstickerei aus der Fassadenebene hervor. Das sternförmige Muster, in dem die Klinker angeordnet sind, verdeutlicht ihre nicht tragende Funktion. «Die Klinker-Puzzlestücke des Neubaus interpretieren die Backsteinarchitektur der historischen Gebäude der Umgebung spannungsreich», sagt Matthias Haber. Die Stahlbetonfertigteile der vorgehängten, hinterlüfteten Fassade mit eingelegten Klinkerriemchen sind durch Passstücke aus hellem Beton verbunden. Im Bereich der horizontalen Stöße lassen sich diese als kleine Kapitelle auffassen. In vertikaler Richtung werden sie als Mauerblenden zwischen den Fenstern fortgeführt.
Um ein stimmiges Gesamtbild zu schaffen, sind die Fensterbrüstungen und -bretter sowie die Verkleidung der Stützen im Erdgeschoss in Beton gleicher Färbung ausgeführt worden. «Arbeitet man im Fassadenbereich mit Fertigteilen, stellt sich das ästhetische Problem der konstruktiv unvermeidbaren Fugen. Wir sind der Herausforderung offensiv begegnet, indem wir diese zu einer Art Ornament überhöht haben», erklärt der Projektarchitekt. Basierend auf der bestehenden, erdgrauen Hagemeister-Sortierung «Kanada» wurden mittels Mineralien der grünliche Anteil der Sortierung herausgearbeitet und die Objektsortierung «Leopoldstraße» im Römerformat geschaffen. «In Bezug auf Gebäudefassaden ist Klinker ein vertrautes Material. Dieser erzielt auch in der ungewöhnlichen Verwendung in diesem Projekt eine beiläufig gewohnte Atmosphäre», erläutert Matthias Haber.
Ein Vorsprung in der Westfassade formuliert einen Kopfbau, der gemeinsam mit den benachbarten Gebäuden einen kleinen Platz mit Spielflächen einfasst. Die Gebäude im Quartier sind bewusst zueinander versetzt angeordnet, wodurch ein urbanes Gefüge von Plätzen und Gassen entstanden ist.
