Symbiose von Alt und Neu
Beim Erweiterungsbau auf dem Nørre Campus der Universität Kopenhagen (DK) wurde erstmals eine ganze Gebäudehülle mit Multifunktionalen Modulen (MFM) ausgestattet.

gun. Mit seiner Fassade aus Multifunktionalen Modulen (MFM) von Okalux ergänzt die gläserne Erweiterung des Instituts für Sportwissenschaften und Ernährung harmonisch das bestehende Ensemble auf dem Nørre-Campus der Universität Kopenhagen. Entworfen wurde die Aufstockung von Mikkelsen Arkitekter.Erstmals kamen hier in der gesamten Gebäudehülle sogenannte Multifunktionale Module (MFM) zum Einsatz. Das neue System macht es möglich, in einem einzigen Fassadenelement unterschiedliche Okalux-Produkte einzubetten und zu kombinieren – ohne zusätzliche Riegel. So kann die Gebäudehülle an gestalterische Wünsche und energetische Anforderungen exakt angepasst werden.
Verbesserte Forschungsbedingungen
Die Universität Kopenhagen verteilt sich innerhalb der Stadt auf mehrere Standorte. Der Nørre Campus liegt, wie der Name bereits andeutet, im nördlichen Teil der Metropole und wird zur internationalen Science City weiterentwickelt und ausgebaut. Gezielt werden einzelne Neubauten als Katalysatoren eingefügt; ausserdem wird auf Nachverdichtung und effiziente Umstrukturierung gesetzt. Auch das Institut für Sportwissenschaften und Ernährung sollte mit einem Neubau qualitativ gestärkt werden.
Zurückhaltend präsent
Platz für die Erweiterung fand sich auf einem bestehenden dreiflügeligen Gebäudekomplex aus den frühen 1920er-Jahren von Carl Brummer. Mehrfach wurde die Anlage verändert. In den späten 1930er-Jahren füllte Edvard Thomsen den Raum zwischen den beiden Seitenflügeln mit einer Schwimmhalle – bis heute ein Vorzeigeobjekt des frühen skandinavischen Funktionalismus. 1996 kam südlich eine Tanzhalle mit grossem Zinkwalmdach hinzu. Eine weitere Ergänzung sollte nun die Symmetrie der Gesamtanlage wiederherstellen und dringend benötigte Räumlichkeiten aufnehmen. Seit Ende 2016 vervollständigt deshalb eine eingeschossige Aufstockung, die aus der Feder von Mikkelsen Arkitekter stammt, den nördlichen Seitenflügel. Von der neoklassizistischen Ziegel-Lochfassade des Bestandes setzt sich der Neubau mit einer trennenden Fuge scheinbar ab. Seine Materialität und Kubatur nehmen jedoch Bezug zur Homogenität des vorhandenen Fassadenstils. Geradlinig-elegant komplettiert die Aufstockung das Ensemble und interpretiert die Fassadengliederung mit Kranzgesims und Attikageschoss auf abstrakte Weise neu.
Die schlichte rechteckige Grundform ermöglicht eine optimale Anordnung der Funktionsbereiche auf den etwa 400 m² Grundfläche. Die Arbeitsplätze sind nach Norden, Osten und Westen ausgerichtet; hier ist die Fassade offener und transparenter. Richtung Süden, hinter vermehrt geschlossenen und gut isolierten Fassadenelementen liegen hauptsächlich die Neben- und Erschliessungsräume.
Individuell angepasste Fassadenelemente
Um eine angenehme Arbeitsatmosphäre in den Innenräumen zu erhalten, sollten die Büros, Labor- und Forschungseinrichtungen mit möglichst viel blendfreiem Tageslicht versorgt werden. Darüber hinaus wünschten sich die Architekten, dass der Ausblick aus den Bereichen mit längerer Aufenthaltsdauer zur Strasse in den öffentlichen Raum uneingeschränkt möglich sein sollte. Diese Vorgaben erfordern eine möglichst transparente Fassade ohne geschlossene Brüstungsbereiche. Die klimatischen Bedingungen in Nordeuropa fordern jedoch eine Hülle mit sehr gutem Wärmeschutz. Auf der Suche nach einem Fassadensystem, bei dem sich Durchsicht, U-Wert und Tageslichteintrag exakt einstellen und an die Wünsche der Planer und Nutzer anpassen lassen, fanden Mikkelsen Arkitekter mit Okalux die ideale Partnerfirma. Das Unternehmen ist bekannt dafür, gemeinsam mit Architekten Lösungen zu entwickeln, die genau auf das jeweilige Projekt abgestimmt sind.
Modellierbare Gestaltung
Optimal für die gesamte Gebäudehülle der Erweiterung erwiesen sich sogenannte Multifunktionale Module (MFM). Das Besondere an der Systemlösung ist die freie Belegbarkeit innerhalb eines Fassadenelements. Okatech-HPI-Einlagen mit Streckmetall Alu und Kapilux-T-Einlagen wurden kombiniert und ohne Zusatzriegel exakt an der Stelle eingebettet, wo ihre Wirkungsweise gewünscht war: Die Kapilux-Einlagen im Oberlichtbereich, um Tageslicht weit nach innen zu streuen, die Okatech-HPI-Einlagen in den Bereichen, die eine Verschattung verlangen. Die Architekten legten drei Element-Typen mit unterschiedlichen Konfigurationen fest. So konnte passgenau auf die Gegebenheiten und Anforderungen des Innenraumes eingegangen werden.
Die Glasfassade weist ähnlich gute Wärmedämmwerte wie eine massive Mauerwerkswand auf. Die HPI-Einlagen erreichen Ug-Werte von 0,3 W/m²K, die Kapillar-Einlagen von 0,7 W/m²K, und die transparenten Bereiche erzielen Werte von 0,8 W/m²K. Dabei ist der Aufbau der Multifunktionalen Module deutlich schmaler, sodass auf der Innenseite Raum gewonnen wird. Die an der kompletten Fassade genutzten Multifunktionalen Module sind aber nicht nur in höchstem Masse funktional. Stig Mikkelsen schätzt ebenso, dass sie seinen ästhetischen Vorstellungen genau entsprechen und die übergeordnete gestalterische Idee mittransportieren.





