Anspruchvolle Arbeiten an Botta-Bau

In Freiburg steht der Hauptsitz der Freiburger Kantonalbank. Es ist ein Bau aus dem Frühwerk von Mario Botta. Nun wurde die Natursteinfassade komplett saniert.

Kantonalbank
Am Hauptsitz der Freiburger Kantonalbank von Mario Botta, zwischen 1979 und 1982 erbaut, wurde die Natursteinfassade komplett saniert.
Vorgehängte Natursteinfassade
In Freiburg steht der Hauptsitz der Freiburger Kantonalbank. Es ist ein Bau aus dem Frühwerk von Mario Botta. Nun wurde die Natursteinfassade komplett saniert.
gun. Am Boulevard de Pérolles in Freiburg steht der Hauptsitz der Freiburger Kantonalbank. Es ist ein markanter Bau von Mario Botta, der zwischen 1979 und 1982 gebaut wurde. Nun wurde die Natursteinfassade komplett saniert.Den Auftrag für die Renovationsarbeiten erhielten die Spezialisten der Firma Farebo AG in Wangen bei Olten. Die vorgehängte Natursteinfassade aus Andeer und Verde-Spluga-Granit sowie italienischem Schiefer wurde beim Bau mittels einer Fugendichtungsmasse abgedichtet. Über die Jahre hinweg kam es zu Silikon-Auswanderungen in den Naturstein, weil die verwendete Dichtungsmasse nicht für Naturstein geeignet war. Dies führte zu unschönen Randverfärbungen. Die Natursteinplatten erhielten einen dunklen Rahmen. Die Schlichtheit der Fassade sowie das Zusammenspiel der verschiedenen Natursteine ging dadurch verloren. Solche Sanierungen sind Spezialfälle. Deshalb haben die Bauherrschaft sowie der zuständige Architekt Thomas Urfer, Freiburg, den unabhängigen Natursteinexperten Dr. Philipp Rück vom Beratungsbüro Mattec, Materialtechnik am Bau, Schinznach Dorf, beigezogen. Er prüfte im Vorfeld die Situation vor Ort und testete zahlreiche Natursteinplatten sowie Arbeitsanwendungen im Labor. Mit diesen Informationen wurde die Ausschreibung der Arbeiten sowie der genaue Projektablauf für die Sanierung erstellt.

Die ausgeführten Arbeiten hatten zum Ziel, die schädliche Dichtungsmasse zu entfernen, um weitere Auswanderungen zu verhindern. Weiter galt es, die Infiltration aus dem Naturstein sowie die unschönen Randverfärbungen zu entfernen. Gleichzeitig sollten die organisch beschichteten Storenkästen und Metallpaneele gründlich gereinigt und von jahrzehntealter Verschmutzung befreit werden. Anschliessend an die Fassadenbehandlung wurde die Fassade erneut mittels eines geprüften und für Naturstein verträglichen Silikons abgedichtet. Bei der Arbeitsausführung musste nach Art des Natursteines unterschieden werden. Zeitaufwendig war die Bearbeitung des Granitbelages aus Andeer und Verde Spluga. Für Deny Sonderegger, Geschäftsführer Farebo AG, war die Hauptaufgabe der Renovation, die Verfärbungen aus den Steinplatten zu entfernen: «In einem ersten Schritt mussten wir die Fassade von jahrzehntelalter loser Verschmutzung befreien. Dazu haben meine Mitarbeiter die Fassade zuerst gründlich gewaschen. Anschliessend wurden alkalische Kompressen angelegt, die zum Ziel hatten, die Verfärbungen aus dem Steinmaterial zu lösen. Diese Kompressen galt es ständig feucht zu halten. Diesen Vorgang mussten wir danach mehrmals wiederholen.»

Die beiden Natursteine wurden anschliessend neutralisiert. Dazu wurde ein spezielles säurehaltiges Gel eingesetzt, das die Alkalität des Materials neutralisierte. Die Spezialisten setzten eine weitere chemische Kombination ein. Dank diesem optimierten Arbeitsprozess konnte das Resultat zusätzlich verbessert werden. Anschliessend wurden die Natursteinflächen aus Granit komplett manuell mit der Handschleifmaschine überschliffen. Die Natursteinplatten erhalten dadurch eine gleichmässige Oberfläche sowie einen einheitlichen Oberflächenglanz.

Die Fassadenbereiche aus Schiefer wurden nach einer ersten Reinigung direkt mechanisch bearbeitet. Da es sich um einen nicht säurefesten Schiefer handelt, hat dieser über die Jahre durch Verätzungen von saurem Regen eine Art Versinterungs-Patina aufgebaut. Diese wurde mittels speziellen Bürsten mit Diamantfäden abgeschliffen. Anschliessend wurde die Fassade erneut gewaschen und mit einer hochwertigen farbtonvertiefenden Imprägnierung nachhaltig geschützt. Damit die Fassade ihren ursprünglichen Zustand behält, wurden abschliessend an die Reinigungsarbeiten die alten Silikonfugen mittels oszillierendem Schneidwerkzeug entfernt. Die Fassade der Freiburger Kantonalbank besteht, nebst dem Naturstein, auch aus einem beachtlichen Anteil an Metallpaneelen. Die Metallteile waren zum Teil mit eingebranntem Bremsstaub der angrenzenden Bahnlinie stark verschmutzt.

Mit einer professionellen Grundreinigung gemäss SZFF-Richtlinie 61.01 wurden die Storenkästen von allen Verschmutzungen befreit. Kleinere Beschädigungen wurden anschliessend durch einen Malerbetrieb korrigiert.

farebo.ch

Kantonalbank
Die Fassade wurde mit einem für Naturstein verträglichen Silikon abgedichtet.
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Die Arbeiten hatten zum Ziel, die schädliche Dichtungsmasse zu entfernen, um weitere Auswanderungen zu verhindern.
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