Hotel Maistra 160: Tradition trifft auf zeitgenössisches Design
Nach vier Jahren Planungs- und dreieinhalb Jahren Bauzeit wurde das Hotel «Maistra 160» in Pontresina 2023 eröffnet.

Im Oberengadiner Ferienort Pontresina hat sich das bekannte Hotelier- und Unternehmerpaar Bettina und Richard Plattner mit dem Hotel «Maistra 160» einen Traum erfüllt. Das 2023 eröffnete Haus wird vom Hotelierpaar Irene und Martin Müller geführt.
Weil die Architektur eine zentrale Rolle spielen sollte, übernahm der renommierte Bündner Architekt und seit Januar 2023 emeritierte ETH-Professor Gion A. Caminada die Planung. Er verbindet traditionelle Materialien und Methoden mit zeitgenössischem Design zu schlichten, aber ausdrucksstarken Bauten mit starkem Ortsbezug. «Es war eine Freude, unsere Vision zusammen mit Gion A. Caminada entwickeln zu können. Er beherrscht die Kunst, mit einem reduzierten Baustil resonante Räume zu schaffen, die die Menschen berühren», sagt Bettina Plattner.

Das «Maistra 160» umfasst 36 Doppelzimmer und elf Lodges mit einem, zwei oder drei Schlafzimmern. Im grosszügigen Restaurant mit Terrasse und im Arvensaal wird eine «alpine oriental crossover» Küche in Kombination mit aktuellen Foodtrends serviert. Als Treffpunkte laden eine Hotelbar, der Stammtisch und ein Eventraum, der den legendären «Pöstlikeller» Pontresinas wieder aufleben lässt, ein. Ebenso steht den Gästen unter anderem eine kuratierte Bibliothek mit mehr als 900 Büchern zur Verfügung.
Die Spa-Infrastruktur ist auf zwei Etagen um einen zum Himmel geöffneten Kreuzgang angeordnet und bildet eine faszinierende Welt der Naturelemente. Ein Atrium mit offenem Feuer, ein Freiluft-Warmwasserpool, eine Bio- und eine finnische Sauna, ein grosses Basalt-Dampfbad sowie ein Ruheraum mit Sonnendeck ermöglichen Rückzug und Entspannung. Ein Fitness-, Yoga- und Gymnastikraum ergänzen das umfassende Angebot für eine regenerierende Auszeit.

Regionale Materialien, regionales Handwerk
Die im Bau verwendeten Steine und Hölzer stammen aus dem Engadin, aus Graubünden und aus dem Tessin und wurden von einheimischen und regionalen Fachleuten und Handwerksbetrieben verarbeitet. Im Projektteam wirkten auch zwei freischaffende Künstler mit: Christian Kathriner hat die Gänge in den Untergeschossen und die Möblierung im Pöstlikeller gestaltet. Reto Müller hat das Dampfbad aus Basalt-Güssen realisiert. Das Pontresiner Architekturbüro Stricker zeichnete die Ausführungspläne. Projektleiter des Büros Caminada war Jean-Luc Wagner. Für die Bauleitung war das Büro Hirschi AG in Samedan zuständig.

Metaphysische Stimmung
Bei der Entstehung des Hotels hat die Kunst beispielsweise in Form von Werken von Giorgio de Chirico geholfen, eine beinahe metaphysische Stimmung in den Untergeschossen zu realisieren – eine Wahrnehmung, dass die Dinge nie sind, was sie sind. Edward Hoppers Werk «Nighthawks» diente als Referenz für die Bar und die Werke von Giovanni Segantini gaben zudem wertvolle Erkenntnisse über den Umgang mit Licht, zum Beispiel das Bild «Il Coro di Sant’Antonio a Milano».

