Im Gleichgewicht
Trotz dichter Bebauung im Zentrum des portugiesischen Ponta Delgada erhalten die Bewohnenden eines Einfamilienhauses das ausgeglichene Verhältnis zwischen Innen-und wertvollem Aussenraum.

Innerhalb dichter Bebauungen und wenig verfügbarer Wohnfläche nutzen Planende häufig das Spiel mit der Wahrnehmung. Beim 2021 fertiggestellten Einfamilienhaus im portugiesischen engen Stadtgefüge von Ponta Delgada nutzten BOX Arquitectos die Simulation einer optischen Vergrösserung der Innenräume. Tür und Fenster zieren die lediglich 4,20 Meter breite strassenseitige Fassade des Hauptgebäudes. Zwischen diesem und einem kleinen privaten Anbau am Ende des Grundstücks fungiert der Garten als gleichgewichtsbildendes Element im baulichen Ensemble.
Fliessende Übergänge
Das Gebäude verfügt über zwei Geschosse. Die beiden Schlafzimmer befinden sich in der oberen Etage. Oberlichter im Schrägdach ermöglichen hier das Eindringen von zusätzlichem Tageslicht. Es erlaubt zugleich die vertikalen Bezüge unter Simulation einer grösseren räumlichen Ausdehnung der Innenräume im Obergeschoss. Das nach Osten ausgerichtete Schlafzimmer hat zudem Anschluss an eine Terrasse, von der man über das umgebende dichte Stadtgefüge blickt und die hinsichtlich der engen Bebauungen zugleich zusätzlichen Aussenraum für die Bewohnenden zur Verfügung stellt.

Im Erdgeschoss verzichtete man aufgrund der relativ überschaubaren Wohnfläche zum grössten Teil auf Raumtrennungen. Die Übergänge wirken fliessend. Besonders in der Ausrichtung zum Garten gewinnt der Wohnraum dadurch optisch an Tiefe.