Die Schönheit liegt im Einfachen

Einzigartig vom Grundriss bis zu den Details. Schlichte Eleganz trifft bei einer Küche von Sanitas Troesch gekonnt auf Funktionalität.

Küche von Sanitas Troesch Architektur-Technik
Die Küche ist als Nische konzipiert und so angeordnet, dass die Arbeitswege zwischen Spülen, Kochen und Kühlen kurz sind. Der Dunstabzug wird als Solitär in Szene gesetzt, um den Fokus auf das Kochen zu lenken.

Donika Gjeloshi (Text) und Holger Jacob (Bilder)

Wenn ein Architekt oder eine Architektin die eigene Küche plant, ist es immer eine besondere Ausgangslage. Schliesslich fällt es einem in Alltagssituationen doch auch leichter, Lösungen für die Probleme anderer zu finden, statt sich seinen eigenen Herausforderungen zu stellen. Für Davide ­Orlando war die Planung seiner Küche ein interessanter Prozess. «Als Architekt habe ich schon viele Küchen geplant, deshalb hatte ich fast schon zu viele Eindrücke zu verarbeiten», sagt er. Schliesslich folgte er dem Rat, den er auch ­anderen Bauherrschaften gibt: «Immer einfach und ehrlich bleiben.» Das bedeutet, sich auf das Wesentliche zu besinnen: Welche Geräte brauche ich wirklich? Welche Materialien gefallen mir? «Wenn man diese Fragen für sich beantwortet hat, sollte man sich von Fachleuten beraten lassen und dann entscheidungsfreudig sein. Denn schaut man nach links und rechts, gibt es immer andere mögliche Lösungen», erklärt Davide Orlando.

Vom Wohnraum getrennt
Seine eigene Küche hat er selbst entworfen. Beraten liess sich der Architekt von der Sanitas Troesch AG, Küchenbauer seines Vertrauens, mit dem er viele Projekte rea­lisiert hat. Der Grundriss der ­Küche ergab sich durch das Konzept des Mehrfamilienhauses. «Ich mag es, in der Küche­ meine Ruhe zu haben, deshalb habe ich sie vom Wohn- und Essbereich getrennt, aber nicht abgeschlossen.» So bleibt die Kommunikation durch die offene Verbindung bestehen. Tageslicht kommt durch die gegenüberliegende Terrasse und dank des Fensters mit Blick auf den Pfäffikersee in die Küche.

«Ich koche gern, deshalb habe ich die Kochzone ohne Ausblick als konzentrierten Arbeitsplatz zelebrieren wollen.» Die Dunstabzugshaube betont diesen Fokus, da links und rechts keine Oberschränke für Stauraum bestehen. Das Spülbecken dagegen ist zum Fenster ausgerichtet, sodass man beispielsweise beim meditativen Abwaschen zwischendurch in die Ferne blicken kann. Backofen und Kühlschrank sind in den ­Hochschränken integriert. Auf diese Weise sind die Arbeitswege zwischen Spülen, Kochen und Kühlen kurz und bilden das klassische Arbeitsdreieck.

Eleganz durch Echtholzfurnier
Der Bodenbelag war zum Zeitpunkt der Küchenplanung bereits definiert, denn für Davide Orlando sind Beläge das Grundkonstrukt der Innenarchitektur. «Eine Küche kann sich anpassen», sagt er. Zuerst war eine helle Küche vorgesehen, mit heller Abdeckung, die als Wandverkleidung ihre Fortsetzung findet. Als die Idee visualisiert wurde, überzeugte sie nicht. Da die Keramikplattte, welche in der gesamten Wohnung eingesetzt wurde, eine gewisse härtere Oberfläche hat, kam man zu dem Schluss, dass Holz als Gegensatz das Konzept des Ausbaus abrundet.

Der Architekt verfügte bereits über ein Echtholzfurnier-Muster, das sein Team von Davide Orlando Architektur GmbH für ein ­anderes Objekt getestet hatte. Dieses diente als ­Vorlage für die Farbfindung der Küchenfronten. Als Material wurde Edelfurnier aus heimischem Eichenholz gewählt. «Die Holzart Eiche eignet sich ­aufgrund einer Vielzahl positiver Eigenschaften optimal für den Einsatz als Küchenfront. Durch die Verarbeitung wie das Beizen kann die gewünschte Farbnuance erreicht werden», erklärt Claudio­ Fehlmann, Geschäftsleiter der ­Sanitas-Troesch-Niederlassung in Winterthur. Die Farbkomposition kann individuell sein. Die Farbe wird als Flüssigkeit auf das Holzfurnier aufgetragen und anschliessend mit einem Mattlack zweimal versiegelt, um das Holz vor Feuchtigkeit zu schützen. Trotzdem  «lebt» das Mate­rial und bekommt mit der Zeit eine Patina. Dieser Prozess verläuft jedoch schleichend, sodass man ihn kaum bemerkt. «Das gewählte Furnier hat einen schlichten Aufbau, so erreichten wir ein homogenes Erscheinungsbild», ergänzt der Geschäftsleiter.

Geduld bewiesen
Diese homogene Holzstruktur sorgt zusammen mit den Griffmulden, die durchgehend übers Eck verlaufen, für eine puristische Erscheinung. Gerade die Griffmulden sind das besondere Detail dieser einzigartigen Küche. Standardmässig werden nämlich oft Aluprofile in Schwarz, Weiss oder Edelstahloptik verbaut. Die gewünschte Spezialanfertigung der horizontal laufenden Griffmulden aus dem gleichen Echtholzfurnier wurde auf Wunsch des Architekten deshalb erstmals in dieser Variante realisiert.

Hinsichtlich der Gerätschaften hatte der Architekt ebenfalls eigene konkrete Vorstellungen. Deshalb nahm er lange Liefer­zeiten in Kauf. «Ich habe auf ­Geräte von Miele aufgrund der Qualität und der Kochfunktionen gesetzt. Das Induktionskochfeld hat eine spezielle samtige Oberfläche, bei der die Kochzone mit der Pfanne mitzieht. Der Backofen ist mit einer Kamera ausgestattet, und der Geschirrspüler portioniert die Spülmittelmenge automatisch», schwärmt Davide Orlando.

sanitastroesch.ch

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