Orchideenblüten als Vorbild
Ein neu entwickelter, variabler Sonnenschutz vereint die Vorteile von Textilrollos und Jalousien und kann gleichzeitig auch zur Lichtlenkung genutzt werden.

Stufenlos regulierbar
Durch unterschiedlich starken Zug lässt sich die Lichtmenge, die das Rollo durchlässt, im Gegensatz zu herkömmlichen, flächigen Textilrollos stufenlos regulieren. Zudem werden Blendeffekte zuverlässiger ausgeschaltet. Die Schnittmuster sind dabei variabel. Dreht man sie etwa im oberen Teil des Rollos um 180 Grad, bilden sich bei Zugspannung dort kleine «Kelche», die Tageslicht gezielt von aussen in den Raum leiten können und auch dunklere Innenbereiche mit natürlichem Licht versorgen – während trotzdem der Blendschutz in Fensternähe gewährleistet ist. Gegenüber herkömmlichen, starren Lamellenjalousien hat der neue Sonnenschutz aus perforierten Textilien zudem den Vorteil, dass er einfacher konstruiert ist, weniger Bauteile benötigt und ein geringerer mechanischer Verschleiss auftritt.
«Sonnen- und Blendschutz gehören in unseren Breiten zu den Zukunftsfragen im Bauwesen», sagt Professor Stefan Schäfer, Leiter des Instituts für Konstruktives Gestalten und Baukonstruktion, der die Entwicklung des innovativen textilen Sonnenschutzes mitgetragen hat. «Trotz extremen jahreszeitlichen Schwankungen müssen sich die Menschen in den Gebäuden jederzeit wohlfühlen.» So entstand unmittelbar die Idee, die mit bionisch-inspirierten Gelenken versehenen Textilien zu diesem Zweck nutzbar zu machen.
Die neue Technologie wurde vom Referat Forschungstransfer der TU Darmstadt mit Unterstützung der Wissenschaftler zum internationalen Patent angemeldet. Ein Prototyp überzeugte auf Messen Expertinnen und Experten aus der Sonnenschutzbranche. Zurzeit sind die Wissenschaftler auf der Suche nach Industriepartnern, um den Sonnenschutz zur Anwendung zu bringen. ●

