Ein Origami-Bauwerk aus Holz

Für den neuen Theaterpavillon in Lausanne löste das Laboratoire IBOIS der ETH Lausanne kniffligste Statikaufgaben.

Blumer-Lehmann AG
Nur 45 mm dünn sind die Holzwerkstoffplatten, aus denen der neue Pavillon des Théâtre de Vidy besteht. Möglich macht dies eine Origami-Faltstruktur, welche die Blumer-Lehmann AG zusammen mit der ETH Lausanne entwickelte. Fotos: Blumer-Lehmann AG
Für den neuen Theaterpavillon in Lausanne löste das Laboratoire IBOIS der ETH Lausanne kniffligste Statikaufgaben.

ale. Wie ein überdimensionales Origami-Faltgebilde steht der neue Pavillon des Théâtre de Vidy an der Lausanner Strandpromenade im Schutz alter Bäume. Schlicht und unaufdringlich wirkt der grau lasierte Holzbau – und zugleich einzigartig in seiner polygonalen Form. David Riggenbach ist Projektleiter beim Holzbauunternehmen Blumer-Lehmann AG, das den Theaterbau in Zusammenarbeit mit dem Laboratoire IBOIS der ETH Lausanne plante und umsetzte. Er erklärt: «Zwei Aspekte sind sehr aussergewöhnlich, nämlich die Konstruktionsweise und die Geometrie der Gebäudehülle.» Dabei sei die Geometrie nicht bloss ein Genuss fürs Auge, sondern Teil der Bauart.So besteht das Hallengebäude, dessen Dach die Distanz von 20 Metern ohne Stützen überwindet, aus zwei parallelen Schichten von Holzwerkstoffplatten, die je nur 45 mm dick sind. In den Raum zwischen den beiden Lagen wurde Isolationsmaterial eingeblasen. Dass die dünnen Platten statisch tragen, liegt an der Anordnung der dreieckigen Bauteile, die sich gegenseitig stabilisieren. Zugleich entsteht auf diese Weise die faszinierende Origami-Faltform.

Kaum Leim und Schrauben

Für die Statik ebenfalls relevant ist die Verbindungsweise: Die Holzplatten wurden mit einer ausgeklügelten Holz-Holz-Zapfenverbindung ineinandergefügt – ähnlich der traditionellen Schwalbenschwanzmethode. Leim oder Schrauben waren deshalb kaum nötig. Eine dritte, parallel auf die tragende Konstruktion aufgesetzte Holzhülle bildet eine Art Wettermantel des Gebäudes. Dazu David Riggenbach: «Erstaunt hat uns, dass die Geometrie innen und aussen ganz unterschiedlich wirkt. Wir sind gespannt auf die Reaktion der Theaterbesucher.»

blumer-lehmann.ch

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